Der letzte Ball landete im Aus. Der Traum von Gold ist für Momme Lorenz (22) und Tilo Rietschel (22) geplatzt. Ihre Köpfe gingen aber nur kurz nach unten. Die Kiel-Lübeck-Connection war im Finale der Deutschen Beachvolleyball-Meisterschaften vor 6800 Zuschauern in der ausverkauften Arena in Dortmund gegen die Favoriten, den Olympiazweiten Nils Ehlers und seinen Interimspartner Lui Wüst, chancenlos. Das schleswig-holsteinische Duo verlor 0:2 (16:21, 16:21). 12.000 Fans hatten im Stream live zugeschaut. Doch nach der Niederlage im Auftaktmatch ist es Silber, das golden glänzt. Im zweiten Jahr ihrer „Sand-Ehe“ ist es ihre erste Medaille bei Deutschen Meisterschaften, Lorenz/Rietschel sind die Überraschung der Titelkämpfe.
Nur im Finale war früh die Luft raus. Nach dem Halbfinal-Krimi gegen Colin Paszkiewicz und Charlie Peters, den sie drei Stunden zuvor mit 2:1 (17:21, 21:11, 15:12) gewonnen hatten, fehlte ihnen nach dem emotionalen Hoch die Energie. „Ein Traum geht in Erfüllung“, hatte Lorenz, der von der Stiftung Kieler Sporthilfe gefördert wird, im Interview auf dem Court gesagt. Rietschel hatte mit Tränen in den Augen immer wieder den Kopf geschüttelt. An Position vier gesetzt, erinnerten beide an das erste Spiel der Loserrunde. Da stand es 13:13 im Tiebreak. Sie standen am ersten Tag der Meisterschaften vor dem Aus. „Ich dachte schon, scheiße, ich fahre morgen sofort in den Urlaub, das tue ich mir hier nicht mehr an“, sagte Lorenz. Auch Rietschel sah sich schon in der Deutschen Bahn. Doch sie kämpften sich zum Sieg und durch die Loserrunde bis ins Finale. Dabei warfen sie im Achtelfinale auch Vorjahresmeister Lukas Pfretzschner und seinen neuen Partner Paul Henning raus. „Was für eine krasse Achterbahnfahrt“, so Rietschel.
Im Finale der Frauen setzten sich Sandra Ittlinger/Kim van de Velde gegen Louisa Lippmann und Melanie Paul mit 2:1 durch (21:16, 19:21, 15:12). Das Duo hat sich nach der zweiten Babypause von Kim van der Velde Mitte dieser Saison zum vierten Mal für eine Partnerschaft entschieden. Für Ittlinger ist es der zweite Titel, für van der Velde der erste. Ihr Ziel ist jetzt Olympia 2028.jek